Spotlight on 2015

Spotlight_2015
Welche Künstler sorgen 2015 für Aufsehen? Welche Newcomer setzen Trends? Ihr wollt wissen, welche Acts das größte Potential haben? Bei uns seid Ihr bestens beraten. In unserer Spotlight on 2015 Playlist stellen wir Euch die zehn vielversprechendsten Bands und Solokünstler vor:

GRAHAM CANDY

Er ist die Stimme des Sommerhits „She Moves“ und mit DJ Alle Farben um den Erdball getourt. 2015 steht aber ganz im Zeichen seiner Solokarriere: Graham Candy arbeitet gerade mit Feuereifer an seinem Debütalbum. Bald gibt es neue Songs des jungen Neuseeländers mit der faszinierend-markanten Stimme. Bis es soweit ist, erfreut er Euch mit seiner ersten eigenen Single „13 Lords“.

TÜSN

„Reden ist Silber, tanzen ist Gold“ heißt es in „Schwarzmarkt“, der Debütsingle des brandheißen Berliner Trios. Der düstere Synthesizer-Sound von Tüsn ist opulent, die Beats treibend und der Gesang von Frontmann Stefan exzentrisch und bestechend. Wir erahnen Großes und tanzen mit Tüsn an den Abgründen des menschlichen Seins.

FELIX JAEHN

Felix Jaehns luftig-leichter, melodischer House trifft absolut den Nerv der Zeit. Das Riesentalent des 21-jährigen Hamburgers ist auch internationalen Größen nicht verborgen geblieben: Kürzlich remixte er Aviciis neue Nummer „The Nights“. Sensationell ist auch sein raketenhafter Aufstieg in Schweden: Mit einem Remix der bis dahin völlig unbekannten Reggae-Nummer „Cheerleader“ führte er vier Wochen lang die Spotify Charts an.

KWABS

Kwabs ist die neue Soul-Hoffnung aus England: Mit seinem packenden Bariton singt er Songs, die Einflüsse von RnB, Soul und Gospel vereinen. Zudem hat er ein besonderes Talent für packende Hooklines, wie sein aktueller Hit „Walk“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Single befindet sich derzeit auf #2 der deutschen Spotify Charts und wird tagtäglich 80.000 Mal gestreamt.

KARATE ANDI

Mit seinem Debütalbum „Pilsator Platin“ hat sich der Berliner Rapper auch außerhalb von Szenekreisen einen Namen gemacht. Eine Punchline nach der anderen schießt er locker aus der Hüfte, sämtliche Gepflogenheiten interessieren ihn nicht die Bohne. Kürzlich unterschrieb Karate Andi beim Düsseldorfer Erfolgslabel Selfmade Records. Sein Aufstieg scheint unaufhaltsam.

JOSEF SALVAT

Seine Coverversion des Rihanna-Hits „Diamonds“ ist aus den Spotify Charts nicht mehr wegzudenken. Doch auch die eigenen Songs des gebürtigen Australiers sind wahre Perlen und wurden in Summe bereits über vier Millionen mal gestreamt. Wir sind überzeugt, dass es im nächsten Jahr noch einige Millionen mehr werden und raten, sich den klingenden Namen Josef Salvat auf jeden Fall einzuprägen.

KONTRA K

Der Berliner zählt mittlerweile zu einer fixen Größe in der deutschsprachigen Hip Hop Szene. Von seiner harten Vergangenheit als Gangster-Rapper ist auf der im Sommer veröffentlichten „Wölfe“-EP nichts mehr zu hören. Kontra K ist drauf und dran einer der nächsten wichtigen Impulsgeber des florierenden Genres zu werden und in die Fußstapfen seines Labelkollegen Marteria zu treten.

SEINABO SEY

In ihrer Heimat Schweden ist die Soulsängerin mit westafrikanischen Wurzeln bereits eine etablierte Größe. Ihre Debütsingle „Younger“ bahnte sich nicht zuletzt wegen des tanzbaren Kygo-Remixes seinen Weg in die nordischen Charts. Ihre tiefe, dunkle Stimme sorgt für Gänsehaut und hat Seinabo Sey schon einen Werbedeal mit einer großen Automarke eingebracht.

LOT

Der klassisch ausgebildete Lot aka Lothar Robert Hansen bezeichnet seine musikalische Melange selbst als Urban Pop. Er setzt auf eingängige Refrains und orientiert sich musikalisch wie textlich am Zeitgeist. In seinen Liedern erzählt er Kurzgeschichten, ganz ohne Pathos und Phrasen. Ein erster Hit gelang dem 30-jährigen mit der Nummer „Warum soll sich das ändern“ – eine kleine Hymne der Generation Y.

TOM THALER & BASIL

Norden trifft auf Süden, Rap trifft auf elektronische Musik. Seit 2012 arbeiten der aus Hamburg stammende Tom und der Stuttgarter Produzent Marius Förster aka Basil zusammen. Bei aller Experimentierfreudigkeit und Offenheit hat das Duo keine Angst vor Popmusik. „Unsere Musik soll draußen stattfinden, am besten auf einem Open Air”, sagen sie. Pünktlich zur Festivalsaison haben Tom Thaler & Basil dann bestimmt auch schon ein Album am Start.

Hört hier alle unsere Musikempfehlungen in der Spotlight 2015 Playlist: 

 

 

 

 

 

 

 

MØ: Kein Objekt, sondern einfach nur fucking cool!

Spricht man die junge Dame aus Dänemark eigentlich „Mooo”, „Muuu” oder „Mööö” aus? Wir haben sie gefragt. Im Interview verrät uns die Sängerin außerdem mehr über ihr Faible für die Spice Girls und warum sie Kim Gordon von Sonic Youth liebt.

spotlightMoDer Vokal „Ø” kommt im Dänischen, Norwegischen und Feröischen vor, die Aussprache variiert aber je nach Land und Dialekt. Fragt man nach der korrekten Artikulation ihres Namens, der auf Altnorwegisch „Jungfrau” heißt, lächelt sie und sagt ein schwer zu imitierendes und ebenso schwer zu verschriftlichendes Wort, das wie „Möüh” klingt. Egal, einen Versuch war es wert.

Kürzlich hat Karen Marie Ørsted ihr Debütalbum „No Mythologies To Follow” veröffentlicht. Die Kritiker erkennen unterschiedlichste musikalische Einflüsse – von Folk, Hip-Hop, R&B und lupenreinem Pop ist die Rede. Und tatsächlich, MØ mischt aus diesen Elementen ihren ganz eigenen Sound, der – und da sind sich alle einig – absolut den Puls der Zeit trifft.

Hey MØ! Für alle, die Dich nicht kennen: Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?

Ich bin eine Sängerin aus Skandinavien und mache elektronischen Indiepop gepaart mit Hip-Hop und Soul.

Du hast auch mal in einer Punkband gespielt, oder?

Ja, vor fünf Jahren. Als Kind war ich totaler Fan von Popmusik, sie war das beste überhaupt. Als Teenager stand ich dann auf Punk. Mittlerweile finde ich beides sehr gut… und Hip-Hop auch. Diese drei Genres sind meine größten Leidenschaften. Das hört man in meiner Musik.

Hast Du eigentlich abseits der Musik noch Hobbies?

Nicht in diesem Ausmaß – Musik hat mir immer dabei geholfen, mich auszudrücken und gut zu fühlen. Ich jogge viel, weil es wichtig ist, mich in meinem Körper wohl zu fühlen. Wenn man so viel zu tun hat wie ich, braucht man einen starken Körper und einen starken Kopf um mit diversen Dingen klarzukommen. Laufen sorgt für die nötigen Endorphine und ist Balsam für meine Seele.

Hörst Du Musik, wenn Du joggst?

Nein, das verträgt sich nicht mit der Musik in meinem Kopf – ich höre generell sehr wenig Musik. Wenn ich laufe, dann liebe ich die Stille und mag es, meinen Herzschlag und meinen Atem zu hören. Ich könnte mal versuchen, Musik zu hören und vielleicht würde ich es sogar mögen….

Wann und wie hast du Deinen ersten Song geschrieben?

Meinen ersten Song schrieb ich mit sieben Jahren, inspiriert von den Spice Girls. Sie waren meine größten Vorbilder und ich wollte genau so sein wie sie. Also musste das Lied auch auf Englisch sein, aber es war natürlich ziemlich beschissenes Englisch. Ich glaube nicht, dass es jemand verstehen würde. Die Nummer heiß ‘Because I Love You’ und war ein sehr, sehr schlechter Popsong. Der Refrain ging so: ‘Because I love you, oooh, because I need you, oooh’. Und die Strophe: ‘I love you, I’ve seen you in my school.’ Wow. Das ist eigentlich ziemlich peinlich…  

Überhaupt nicht! Die Spice Girls haben eine ganze Mädchengeneration beeinflusst!

Absolut. Es ging darum, dass die Mädchen untereinander zusammenhielten und sich mehr auf sich konzentrieren konnten. Ich hatte alles Spice-Girls-Barbies und sammelte auch sonst alles von ihnen. Ich weiß noch, als Geri die Band verlassen hatte, saß ich auf meinem Schreibtisch und heulte Rotz und Wasser. Ich war am Boden zerstört.

In welcher Weise möchtest Du für jüngere Mädchen ein Vorbild sein?

Heute ist mein größtes Vorbild Kim Gordon von Sonic Youth. Sie ist eine ganz großartige, coole Frau und hat Attitüde. Sie ist ziemlich tough, aber trotzdem sexy und hat eine Weiblichkeit, die ich bewundere. Sie ist so „Hey, ich bin kein Objekt, ich bin einfach nur fucking cool!”. Diese Ausstrahlung und Stärke hätte ich gerne – ich möchte keine Puppe sein, aber trotzdem feminin. Ich liebe sie.