Karate Andi: der Boss vom Hinterhof

Er ist der selbsternannte Boss vom Hinterhof, sein bestes Stück ist angeblich so groß wie die ehemalige Sowjetunion und auf seinem Debütalbum werden die unterschiedlichsten weiblichen Wesen penetriert und diverse Substanzen konsumiert.

Karate_Andi_PressefotoBei der renommierten Freestyle-Session „Rap am Mittwoch“ wusste Karate Andi seine Battle-Gegner regelmäßig zu zerpflücken. Dort traf er auf seinen späteren Produzenten 7Inch, mit dem er das ganze letzte Jahr über an seinem Debütalbum feilte. Rausgekommen sind zwölf Tracks, die die Erlebniswelt von Karate Andi wiedergeben: Er begattet nicht nur Miss Germany im Edel-Puff, sondern liest auch mal Bukowski in der U-Bahn, wenn er beim Schwarzfahren erwischt wird. Mit wie viel Augenzwinkern das ganze zu verstehen ist, das weiß nur der Rapper selbst. Unser Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, ist kläglich gescheitert. Eines ist aber klar: Karate Andi ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

Hallo, Karate Andi, erzähl uns doch mal ein paar Basics über Dich.  
Ich bin Karate Andi, ich mache Straßenrap, ich hab ’ne Kopie von Mr. Schnabels Vokabelheft!

Pilsator Platin” heißt nichts und klingt nur gut, stimmt’s?
Nein, „Pilsator Platin“ heißt alles, klingt gut und ist eine leicht melancholisch angehauchte Politrapplatte.

Welche drei Worte beschreiben das Album am besten?
Dope, fresh und tight.

Es gibt ein paar ziemlich krasse Homestories von Dir im Netz. Sei ehrlich: Präparierst Du Deine Wohnung für solche Anlässe und machst sie extra dreckig?
Das ist gar nicht meine Wohnung! Das lief so ab wie beim Promidinner: Die haben mir dann ’ne Wohnung gestellt. In so ’nem Loch würde ich nie leben!

Die letzte Marteria-Platte ging auf #1 der deutschen Album-Charts, auch die letzten beiden Casper-Alben: Wäre das was für Dich, so irgendwann mal?
Keine Ahnung.

Das ginge dann eventuell auf die Kosten Deiner etwas härteren Gangart. Wirst Du dem Punchlinerap treu bleiben?
Frag mich das einfach in zehn Jahren nochmal.

Schon mal gezählt, wie oft das Wort  „Bitch” auf Deinem Album zu hören ist?
Nein, ich würde lieber wissen, wie oft die Worte „und” oder „ist” drin vorkommen.

Wie sieht Deine Traumfrau aus?
So oberflächlich bin ich nicht.

Was ist Deine Lieblings-Biersorte?
Alle!

Was war der beschissenste Job, den Du jemals gemacht hast?
Ich glaube der einzige Job, der beschissen ist, ist Kläranlagentaucher. Aber ich denke mal, der wird dann auch gut bezahlt dafür.

Feierst du alles an Neukölln? Hat doch bestimmt auch was Negatives, oder?
Es gibt überall Schlechtes und Gutes auf der Welt.

Deine drei All-time-favourite Alben?
Irgendeins von Murderjunkys, irgendeins von Truck Stop und irgend so ein Codein-Südstaaten-Scheißqualli-Album aus den 90ern.

Willst Du noch was loswerden?
Ja, mein Album Pilsator Platin! Verbreitet Liebe und Frieden auf der Welt und putzt euch die Zähne!